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Die ersten bekannten Rezepturen für eine baumkuchenähnliche Spezialität stammen aus einem italienischen Kochbuch von 1426. Das älteste überlieferte Rezept in deutscher Sprache ist belegt um 1450 in einer Heidelberger Handschrift. In Nürnberg und Frankfurt am Main war Baumkuchen schon im 15. Jhdt. ein bekanntes Hochzeitsgebäck der Patrizier, also von Ortsadel und Ministerialität in den deutschen Reichsstädten.

Im 16. Jhdt. wurde die Herstellungsmethode verändert. Die Kuchenmasse wurde nun nicht mehr ringförmig um eine rotierende Holzwalze gelegt, sondern als ganzes Stück um die Walze gelegt und mit Schnüren festgebunden. Im 17. Jhdt. wurde die Methode im heutigen Sinne revolutioniert: die dünnflüssige Masse wurde schichtweise auf die sich drehende Walze aufgegossen.

Ab dieser Zeit hat man zudem begonnen, Glasuren aus Zucker und Rosenwasser aufzutragen. In der Masse selbst kam Zucker damals kaum zum Einsatz, man benutzte zum Würzen Muskat, Zimt und Kardamom. Die heute bekannte Rezeptur entstand erst im Laufe des 18. Jhdts. Man findet das erste bekannte Rezept im modernen Stil in der 7. Auflage des Niedersächsischen Kochbuchs von 1769.

Im 18. Jhdt. wurde der fertige Baumkuchen mit geraspelter Schokolade bestreut oder mit Kuvertüre bestrichen. Ab dem beginnenden 19. Jhdt. wurden Baumkuchen kaum noch in privaten Haushalten hergestellt. Die Fertigung wurde für den Laien zu aufwendig und so wurde der „König der Kuchen“ zur Paradedisziplin der meisterlichen Konditoren.

Schwerpunkte der Baumkuchenherstellung entstanden in Dresden, Cottbus und vor allem in Salzwedel. Baumkuchen ist eine traditionelle Spezialität in Litauen sowie in den nordöstlichen Regionen von Polen, Podlachien und Masuren. Der polnische Adel schätzte den Baumkuchen seit dem 16. Jahrhundert ganz besonders und noch heute ist er im ganzen Land allgemein bekannt.

Die Baumkuchenspitzen lassen sich auf das Jahr 1907 festmachen. In Tilsit, im damaligen Ostpreußen, entstanden sie als Folge eines Missgeschicks. Einem angesehenen Konditor zerbrach die Tagesproduktion - ein schwerer Schlag. In seiner Verzweiflung überzog er die verbliebenen, gleichmässig geschnittenen Trapeze mit dunkler Kuvertüre und verkaufte sie als Spitzen.

Selbst in Japan, wohin der Baumkuchen zu Beginn des 20. Jhdts. durch den deutschen Konditor Karl Joseph Wilhelm Juchheim gebracht wurde, ist der Baumkuchen eine der beliebtesten Backwaren überhaupt. Trotz seines hohen Preises ist er dort zumindest abgepackt in fast jedem Lebensmittelgeschäft erhältlich. In Kobe (Japan) entstand übrigens aus Juchheims Süßwarenladen in 40 Jahren eine Firmengruppe mit über 500 Angestellten.

Der Baumkuchen ist über alle Zeit ein Symbol des Konditorberufs. Man findet ihn in Berufs- und Zunftwappen.
Der Salzwedeler Baumkuchen ist ein Besonderer und inzwischen durch die EU (Brüssel) eine geografisch geschützte kulinarische Spezialität.
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In der ersten Hälfte des 19. Jhdt. verbreitete sich in Salzwedel ein als „Baumkuchen“ bezeichnetes Feingebäck. Mehrere Konditoren produzierten dieses Gebäck. Zeitgenössische Aufzeichnungen aus Salzwedel gibt es nicht, was mit Geheimhaltung von Rezeptur und Backtechnologie erklärt werden kann. Aus Sekundärveröffentlichungen geht hervor, dass 1841 bei der Huldigungsreise von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in die Altmark dieses Gebäck erstmals auf einer königlichen Tafel gestanden haben soll. 1843 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung von Salzwedeler Baumkuchen. Der König war erneut Gast in Salzwedel und auf der Tafel befand sich Baumkuchen. Das Gebäck schmeckte ihm so gut, dass er befahl, den Rest des Baumkuchens in seinen Reisewagen einzulegen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. haben eine Vielzahl von Bäckern und Konditoren wie Beckmann, Engelke, Schernikow und Schilling in Salzwedel Baumkuchen hergestellt. 1865 wurde A.F. Schernikow zum königlichen Hoflieferanten ernannt. Das Herstellungsverfahren war in allen Unternehmen einheitlich: Baumkuchen ist ein Schichtgebäck, wird am offenen Feuer gebacken und die Masse Schicht für Schicht mittels Kelle auf eine rotierende Walze aufgetragen. Das gleiche betraf die Hauptbestandteile der Rezeptur. Zunehmend wurde Salzwedeler Baumkuchen versandt, allein im Unternehmen E. Schernikow wurden Anfang des 20. Jhdt. jeweils im Dezember bis zu 10.000 Baumkuchen produziert und vorwiegend versandt.

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erfolgte ein Zusammenschluss der Baumkuchenproduzenten. Im Jahre 1920 wurde das Unternehmen A.F. Schernikow und 1928 das Unternehmen Erste Salzwedeler Baumkuchenfabrik E. Schernikow von der Firma Fritz Kruse aufgekauft. Unter dem Namen Vereinigte Salzwedeler Baumkuchenfabriken war die gesamte Salzwedeler Baumkuchenbäckerei in einer Hand vereinigt. Bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges wurde weiterhin in großem Umfang Baumkuchen produziert und verschickt. Ab 1939 kam die Produktion weitgehend zum Erliegen.
Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich langsam wieder eine Baumkuchenproduktion. 1958 wurden die Vereinigten Salzwedeler Baumkuchenfabriken enteignet. Die Handelsketten KONSUM und HO übernahmen die Produktionsstätten und produzierten weiter.

In den 80er Jahren existierten folgende Hersteller: KONSUM Baumkuchenbäckerei Salzwedel, VEB Nahrungsmittel Salzwedel (ehemals HO), PGH Bäcker und Konditoren Salzwedel (ehemals selbständige Bäcker). Bis auf die Tatsache, dass wegen Rohstoffknappheit z.T. Butter durch Margarine ersetzt und in der KONSUM Baumkuchenbäckerei bei der Herstellung auch das Tauchverfahren angewandt wurde, änderte sich nichts an der Rezeptur und der Herstellungsweise. Zunehmend wurde wie schon früher für den Export gebacken, unter dem Begriff Salzwedeler Baum- kuchen gingen Jahr für Jahr Zehntausende dieser Produkte vorzugsweise in das westliche Ausland.

Mit der Wiedervereinigung bildete sich aus dem VEB-Betrieb die Salzwedeler Baumkuchen GmbH und aus dem KONSUM über die Firma MIDEU Mittel- deutsche Backwarenbetriebe GmbH die Salzwedeler Baumkuchenbetriebe Bosse GmbH. Die PGH ging in die Liquidation. Wiedergegründet wurde die 1. Salzwedeler Baumkuchenfabrik.


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